Handwerker

Unser Reizthema heute: Handwerker.

Wohl allen, die sich bislang durchs Leben gemietet oder nur ab und an mal mit dem Gedanken gespielt haben, einen Handwerker zu benötigen. Aber allen, die ein Haus bauen und mit einem Mal gleich mit mehreren Exemplaren dieser Spezies zu tun haben, die man sich nicht mal alle selber aussuchen konnte und deren Arbeiten alle aufeinander aufbauen: mein herzliches Beileid!

Zunächst mal haben es Handwerker offenbar nicht nötig, dass man Ihnen Arbeit anbietet. Bittet man sie um ein Angebot, per Mail oder Telefon, kann man sich glücklich schätzen, wenn einer von zehn tatsächlich antwortet. Und die anderen neun werden antworten, so man sich denn die sinnlose Mühe macht, nachzufragen: „Öh, ich habe keine Mail bekommen“ - „Das mit diesen Mails, dass macht immer meine Frau, da kenn ich mich nicht mit aus. Können Sie kein Fax schicken?“ - „Ich weiß von nichts.“

Dann wollen die Brüder meist schön ihr eigenes Material mitbringen, ohne die Beschaffungskosten auszuweisen, so dass sie schön bescheißen können. Da gibt es den Posten: „20 m² hässliche Fliesen aussuchen, besorgen, liefern und irgendwann verlegen: 2000 Euro.“ Und wehe, man will selber das Material beschaffen, dann wird gleich gejammert: „Bloß nicht aus dem Baumarkt“ - „Da übernehm ich keine Gewährleistung“ - „Ich muss das Material erst prüfen!“ Bullshit.

Und ich hielt es lange für ein Gerücht, aber Handwerker sind nie pünktlich. Nie. Halbe Stunde Verspätung ist Minimum. Und Terminabsprachen sind sowieso völlig irrelevant. Da kann der Idiot noch zehnmal am Telefon versichern, dass alles Dienstag um 10:00 Uhr fertig ist, wenn es ihm passt, dann kommt er erst Mittwoch Nachmittag, ohne jedes Schuldbewusstsein. Und dann immer schön so tun, als wenn das das Normalste von der Welt wäre. Glaub mal ja nicht, dass sich einer an seine Zusagen gebunden fühlt.

Und diese Sauburschen räumen auch einfach nicht auf. Sie machen Dreck, der unvermeidbar sein mag, aber alles Verstreuen sie im ganzen Haus, ihre Verpackungen, Zigaretten und Mörtelkrümel, und glaub nicht, dass auch mal einer einen Müllsack nimmt.

Es mag Ausnahmen geben, aber... ach halt, nein, es gibt keine Ausnahmen. Keine Pünktlichkeit, keine Verlässlichkeit, kein Respekt.

Ich als ordnungsliebender Mensch hasse Handwerker aus tiefster Seele. So sehr, dass ich manchmal nachts nicht schlafen kann. Ich hasse sie alle. Ernsthaft.

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