Wohnungsnot
Unser Reizthema heute:
Wohnungsnot
Große Aufregung! So
viele Wohnungslose (politisch korrekt für „Penner“) in
Deutschland, fast 800.000, ein Skandal! Das zumindest hat man gestern
bei einem dieser Hans-Meiser-Formate auf ARD diskutiert. Wie kann das
sein? Was kann man tun?
Die Hansestadt Hamburg
hat die Faxen dicke, weil unter den dortigen Obdachlosen so viele
Bulgaren und Muränen sind, dass sie jetzt jeden, der zu lange Platte
macht, nach Hause schickt. Also quasi auf die Strada Georghe Popescu.
EU-Bürger dürfen nämlich nur drei Monate arbeitssuchend durch ein
anderes Unionsland irren, bevor es Zeit zur Heimreise wird. Das
empört die üblichen Verbände wie ProAsyl oder
Punzen-gegen-Leistungsgesellschaft e.V., die täglich gegen die
Anwendung geltenden Rechts protestieren.
Wie hilft man jetzt den
Obdachlosen? Also mal abgesehen davon, dass jedes Schicksal
unterschiedlich ist, und der eine oder andere sich womöglich auch
selbst für diese Lebensweise entschieden hat. Jedenfalls, um zur
Überschrift zurückzukehren, fehlen mächtig Wohnungen. Weil
Immobilienmafia, ganz böse, Gentrifizierung, bla bla.
Mir erschließt sich
nicht ganz, wieso denn in Deutschland Wohnungen fehlen. Überall wird
gebaut, im tiefen Thüringen wirkt das eine oder andere Dorf auch
nicht mehr voll ausgebucht, und unsere Gesellschaft altert so, dass
bald nur noch 50 Millionen Leute in Deutschland leben – wenn wir
uns nicht am Transfermarkt verstärken.
Warum also nicht mal
ein paar Leute ihren Lebensabend ruhig zuende bringen lassen,
abwarten, und schon entspannt sich der Wohnungsmarkt? Alles, was wir
dafür tun müssen, ist nicht ungeprüft jeden kriminellen
Hinterwäldler hier zu importieren, damit er heuschreckenartig wie
sein eigenes zuvor auch dieses Land abgrasen und verwüsten kann, und
möglicherweise das Kindergeld nur noch als Steuererleichterung oder
in Form von Sachleistungsgutscheinen auszahlen, damit es nicht mehr
als Haupteinnahmequelle taugt, schon werden ratz-fatz Wohnungen frei,
Preise sinken, alle sind glücklich. Aber das wollen die dämlichen
Idioten da draußen ja nicht.
Es wird sich also
dreist über die hausgemachten Probleme in die Tasche gelogen,
vielleicht kann man ja noch hier oder da ein paar Fördergelder
abgreifen. Genauso wird übrigens auch bei den Arbeitslosenzahlen
gelogen. In den Neunzigern war das das einzige politische Thema: alle
sind arbeitslos, sechs Millionen, sieben Millionen, was tun? Daran
entschied sich die Wahl. Die SPD hat damals gewonnen, vermutlich ein
bisschen Augenwischerei betrieben (Agenda 2010) und irgendwie ist
dann von selbst alles besser geworden… obwohl… ist es das
wirklich? Neulich habe ich gelesen, dass es sechs Millionen
Sozialhilfeempfänger in Deutschland gibt (Hartz-IV klingt mir einfach
zu beschissen, aber das meine ich). Das sind ja so viele wie damals,
aber heute ist das irgendwie ok. Gehört zum guten Ton. Hartzen ist
jetzt salonfähig. Und überall liest man nur, wie die Wirtschaft
boomt, dass wir quasi Vollbeschäftigung haben und dringend
Fachkräfte brauchen.
Ohne Worte, ernsthaft.
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