Unterpfand
Unser Reizthema heute:
Unterpfand.
Die Welt kämpft mit Überbevölkerung,
Wegwerfgesellschaft und bekloppten Religionen, Klimawandel, Krieg und
Ausbeutung, aber hier in Berlin, der Zentrale des Wahnsinns, hat man
ein viel dringenderes Problem ausgemacht: unsere Nationalhymne
verwendet keine geschlechterneutrale Sprache.
Also dieses Lied, was Hans-Rüdiger von
Fallersleben sich da im Jahre 1738 zusammengedichtet hat und von dem
ja alle außer der dritten Strophe peinlich berührt übersprungen
werden, weil sie zarten Kinderseelen zu nationalistisch anmuten, soll
jetzt quasi gecovert werden. Strophe eins ist halt geographisch nicht
mehr ganz aktuell, Strophe zwei beschäftigt sich mit Leitkultur, und
das ist ja auch wieder ein Reizthema, und nun geht es auch noch
Strophe drei an den Kragen: Bundesfrauenbeauftrage Crystal
Mose-Röhrling stört sich an „Vaterland“ und „brüderlich“,
was sie gerne durch „Heimatland“ und „couragiert“ ersetzen
möchte.
Nun, bevor ich jetzt gleich ausfallend werde: es
könnte mir egaler kaum sein, genau so wenig, wie ich mich von Peter
Altmaier oder Martin Schulz repräsentiert fühle, genauso wenig gebe
ich mittlerweile auf die Hymne. Aber es ist albern. Und es ist
falsch. Entweder man nimmt den Text, wie der Autor ihn geschrieben
hat oder man nimmt einen ganz anderen.
Aber geht der Vorschlag weit genug? Was ist mit
Mutter Erde? Motherboard? Tante Gans? Kann man den Titel „Lied der
Deutschen“ überhaupt verantworten? Müsste es nicht „Lied der
schon länger hier Lebenden“ heißen? Schließt eine Hymne nicht
sowieso auch immer Leute aus? Leute mit anderen
Staatsangehörigkeiten? Leute außerhalb des deutschen
Staatsgebietes? Wie wäre „Vielfalt, Teilhabe und Nachhaltigkeit
für ein nicht ernsthaft umgrenztes Teilgebiet der Europäischen
Union und seine offene Gesellschaft“? Oder was mit Steuern,
Umverteilung und „Nieder mit der Leistungsgesellschaft“?
Und wieso kümmert sich keiner um die größte
Baustelle im Text: Was zur Hölle ist denn bitte ein Unterpfand? Das
frage ich mich seit dreißig Jahren.
Es ist gefährlich, diesen Weg zu beschreiten,
weil der Wahnsinn vor nichts und niemandem Halt machen wird. Und um
sich moralisch abzuheben, werden diese Antifa-Gender-Nazis weiter die
Sprache vergewaltigen, wo sie nur können. Deshalb: alles lassen, wie
es ist. Ist besser so.
Wie damals Sarah Connor so schön sang: Brüh im
Lichte, deutsches Vaterland. Ernsthaft.
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