Harzdrenalin
Unser Reizthema heute: Harzdrenalin
Wer schon mit Haien
getaucht ist, am Bungeeseil hing oder sich sonst von der Domina
Tackernadeln in den Penis schießen lässt, trotzdem aber noch einen
größeren Kick sucht, dem kann ich folgendes ganz sicher nicht ans
Herz legen: Harzdrenalin!
Im Harz, dieser kleinen
Gebirgsregion an der Zonengrenze, die sich vor allem dadurch
auszeichnet, dass sie touristisch nicht erschlossen ist, immer alles
zu hat und überhaupt alles verkommt, gibt es ein junges,
undynamisches Unternehmen, dass mit einer „Megazipline“ wirbt:
man wird an ein Seil gehängt und fährt über eine Talsperre,
optional mit Kamera am Kürbis. Man wird ganz schön schnell und es
könnte ein bisschen wie Fliegen sein, vielleicht. Es ist aber nach
wenigen Sekunden vorbei und kostet so an die 50 Tacken.
Wer nun die Mühe nicht
scheut und ein paar hundert Kilometer ins Niemandsland fahren will,
der sollte gewarnt sein. Um 18:00 Uhr machen die Strategen ihre
Schotten dicht. Klopsi kam um 15:30 Uhr an. Und weil man im Internet
nicht reservieren kann, konnte er nicht reservieren.
Und dann? „Heute
keine Tickets mehr“. Im Minutentakt rauschen die Leute da runter,
vielleicht standen da zehn Hansel rum. Aber heute keine Tickets mehr,
oder was. Am Arsch. So ein unprofessioneller Scheißhaufen von
Betrieb. „Müssen Sie morgen wiederkommen, möglichst früh“. Tut
mir leid, so viel Urlaub hab ich nicht, um ihn in der plattgewichsten
Wildnis zu verbringen und morgen noch am selben Loch festzuhängen.
Und während ich
tiefniedergeschlagen und wütend zum Parkplatz hinabschlich, stieß
mir noch was sauer auf: Offenbar hatten alle Motorradfahrer des
Landes da ihr beschissenes Gaylord-Lederkombi-Treffen und ballerten
durch den örtlichen Tunnel, dass den Fußgängern die Köpfe nur so
explodierten. Diese Wichser.
Ein gut gemeinter Rat:
Gebt euer Geld woanders aus, ernsthaft.
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