Schreddern

Unser Reizthema heute: Schreddern

Ich beginne mal mit einem kurzen Exkurs in die Welt der Massentierhaltung:
Es gibt einfach viel zu viele Menschen auf der Welt, die alle mit billigem Fleisch gefüttert werden wollen, sei es im Döner oder bei KFC, und weil Menschen die schlimmsten Raubtiere sind, haben sie ein System entwickelt, um andere Tierarten konsequent als Sklaven zu halten.
Mastbetriebe wie Wiesenhof, die sich euphemistisch „Geflügelproduzenten“ statt z.B. „Splatter-Hof“ nennen, halten Millionen von armen Hühnern auf engstem Raum (so wie wenn ein Mensch nur eine vollgeschissene Telefonzelle hätte). Diese Hühner kennen nichts außer dieser erbärmlichen Gefangenschaft. Sie werden mit Futtermitteln aufgepumpt, als wenn wir Menschen täglich Steroide verabreicht bekämen. Zusätzlich gibt es Antibiotika im Überfluss, damit die Tiere unter diesen grausamen Bedingungen keiner Seuche zum Opfer fallen. In der Regel werden den Tieren ohne Betäubung die Schnäbel abgeknipst, weil die abartige Haltung sie in den Wahnsinn treibt und sie sonst anfangen, sich selbst oder sich gegenseitig zu verletzen. Nach wenigen Wochen einer erbärmlichen Existenz wird das Huhn dann niedergemetzelt.
Bei Eiern sieht es ähnlich aus. Die Tiere werden medikamentös so zugedröhnt, dass sie ein Ei nach dem anderen rauspressen. Schlüpfen weibliche Küken, kommen die wieder in den Kreislauf. Männliche Küken haben allerdings – man lasse sich diese Formulierung auf der Zunge zergehen - „keinen Nutzwert“, da sie keine Eier legen und auch nicht sonderlich viel Brustfleisch ansetzen. Also werden sie geschreddert. Ich male das mal aus: sie kommen in einen großen Eimer, dann drückt irgendein Psychopath von Tierquäler auf einen Knopf, und dann werden sie zerschreddert, dass Blut und Knochen nur so spitzen. Und der dämliche Arsch am Steuerpult rubbelt sich sabbernd seinen schmutzigen Schwanz im Takt des Häckslers.
Wenn dann mal ein paar Aktivisten so ein Wiesenhof-Konzentrationslager niederbrennen, wird medial noch Mitleid mit den armen Menschen zelebriert, deren Arbeitsplätze bedroht sind. Ok, einige davon müssen wohl auch sehen, wie sie zurecht kommen, und freuen sich nur auf den Feierabend. Aber garantiert sind da auch genügend abartige Totalgestörte dabei, die ihre Tötungsfantasien im Job ausleben können. Ernsthaft, im Schlachthof kann doch keiner psychisch normal bleiben! Um im Thema zu bleiben könnte man sagen: diese Menschen haben keinen Nutzwert für die Gesellschaft.

Am 20.05. hat nun das Oberverwaltungsgericht Münster entschieden, dass das kaltblütige Schreddern männlicher Küken mit dem Tierschutz vereinbar sei. So sieht's aus in Deutschland. Das ist so, als würde der BGH entscheiden, dass Auschwitz mit der Europäischen Menschenrechtskonvention vereinbar gewesen sei. Und nun stelle man sich das mal vor.

Denkt mal drüber nach. Und hört auf, Masttiere zu fressen. Ernsthaft.

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