Leistung

Unser Reizthema heute: Leistung.

Kürzlich musste ich erstmal einen kräftigen Schluck nehmen, als ich las, was Kati Klipping (oder so), die geistesgestörte Hexe von der Linken, auf Facebook geschrieben hatte: Hartz IV, schlimm, menschenverachtend, gerade der armen Kinder wegen, und dann die bösen Jobcenter, die auch noch wollen, dass man wenigstens vortäuscht zu versuchen, Arbeit zu finden – also mindestens mal nen Tausender sollte doch wohl jeder kriegen, ohne sich irgendwie krumm machen zu müssen. Darunter natürlich Jubel von ihren gegen den Schrank gelaufenen Followern.
Deswegen erkläre ich jetzt mal hier dieses Ding mit der Marktwirtschaft, offenbar gibt es da großen Nachholbedarf:

Arbeit kann ja zum einen sinnstiftend sein, ein Weg, etwas zu vollbringen, zu erschaffen, sich vielleicht selbst zu verwirklichen. Zum anderen kann sie dazu dienen, seinen Lebensunterhalt zu sichern.
Das ist der erste Punkt, über den man sich klar werden muss: es ist schön, wenn man seine Arbeit gerne macht, aus welchen Gründen auch immer, aber nicht jeder kann Rockstar oder Pufftester sein, es muss auch Straßenfeger, Kloputzer und Anwälte geben. Also dass man arbeiten muss, obwohl man eigentlich nicht will, gehört dazu. Sonst wäre es keine Arbeit. Und nein, Arbeit kann man nicht abschaffen, denn dann würde ja gar nichts mehr erledigt.
Wenn ich z.B. Tischler bin und einen voll geilen Tisch bauen kann, dann vollbringe ich etwas und kann stolz darauf sein oder was auch immer, mindestens mal habe ich was, wo ich meine Teller draufstellen kann. Weil ich aber keinen zweiten, dritten und vierten Tisch gebrauchen kann, aber meine drei Nachbarn mit den sechs linken Händen bislang ihre Suppe vom Boden gegessen haben, kann ich denen die Tische verkaufen, und alle freuen sich: die Nachbarn haben Tische, ich habe Geld, und damit kann ich einen Sack Kartoffeln kaufen, eine Harley, oder es im Puff auf den Kopf hauen.
Manch anderer kann vielleicht keine Tische bauen und pflanzt lieber Gemüse an. Wer auch da nicht seine Berufung drin sieht, schneidet halt anderen Leuten die Hecke oder vermietet seinen Körper. Ganz ehrlich, wenn einer ganz toll anderen an den Genitalien spielen kann, ist das auch ein Talent, was nicht ungenutzt bleiben sollte. (Das ist schon die dritte Puffreferenz in diesem Artikel, was ist denn heute bloß los mit mir?)
Zurück zum Thema: jeder macht, was er kann, und verkauft seine Arbeit gegen Geld. So muss eben nicht jeder selber sein eigenes welkes Gemüse züchten, sich selbst einen krummen Tisch bauen oder sich mit der Wasserpumpenzange die Zähne ziehen, sondern kann das einem Profi überlassen und sich auf seine Spezialität konzentrieren.
Manche Sachen sind ja nun schwieriger als andere: die Straße fegen ist vergleichsweise in kürzerer Zeit zu erlernen als Neurochirurgie, weshalb es auch nur folgerichtig ist, dass der Neurochirurg für seine Tätigkeit mehr kassiert als der Feger.
Wenn jetzt einer nicht arbeiten kann, weil Arm ab oder blind (zum Beispiel), muss der natürlich auch nicht. Wir Menschen sind ja soziale Wesen und brauchen eine Gemeinschaft, um uns wohl zu fühlen (und um ausreichend mit Tischen versorgt zu sein). Wer also nicht kann, wird von allen mit versorgt. Sich um die Versehrten, Alten oder Kranken zu kümmern, kann ja auch schon wieder eine Berufung sein, und die Dankbarkeit des Bekümmerten ist in Geld nicht aufzuwiegen.
Ähnliche Versorgungsfälle sind Kinder: die sind halt bei der Spezies Mensch sehr lange auf Hilfe angewiesen, und da wir Mädchen nicht mehr mit 9 verheiraten und Jungs mit 12 auf die Jagd schicken, sondern was mit Gender studieren und erst mit 35 von zuhause ausziehen, wird das auch nicht besser. Dafür gibt es dann die Familie: Vater und Mutter arrangieren sich irgendwie, damit einerseits die Kinder erzogen werden können und andererseits Kohle zum Leben reinkommt. Quasi die kleinste Solidargemeinschaft.
Den Rest mit Hedgefonds, Blockchain und Plastikkarten klammer ich mal aus, das ist eh alles nur ausgedacht. Aber das Thema Steuern könnten wir nochmal aufgreifen:
Wenn jetzt das eben vorgestellte Dorf mit dem Tischler, dem Straßenfeger und dem Blinden etwas für die ganze Gemeinschaft tun will, z.B. einen Zaun gegen die Wölfe aus dem Wald bauen, müssen Sie vielleicht alle zusammenlegen. Wenn dann noch einer am Zaun patroullieren soll, zum Wohle aller, will der auch bezahlt werden. Und die Haushaltshilfe für den Blinden will die Gemeinschaft ja auch anstellen, also erhebt man Steuern. Heißt: jeder gibt etwas von dem, was er hat - oder wie er kann. Und davon wird so gemeinnütziges Zeug bezahlt. Den Teil, wo Steuern für öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die Alimentation fetter Politiker verpulvert werden, lasse ich jetzt mal aus, so verkommen ist unser kleines einfaches Dorf noch nicht.
Scheiße ist jetzt aber, wenn da einer im Dorf ist, der zwar jung und gesund ist, aber keinen Bock zu arbeiten hat. Gibt man dem auch Kohle, damit er nicht verhungert? Oder sagt man ihm, dass er zusehen soll, und tritt ihm in den Arsch? Ich denke, der Tischler, der Straßenfeger und der Blinde müssten für die Antwort nicht lange überlegen.

Es ist mir ein Rätsel, wie man den Sozialstaat so aufblähen kann, dass vom deutschen Punker über den rumänischen Schrottentsorger bis zum kurdischen Drogendealer jeder Sozialhilfe bekommt, dass der Lebensentwurf ganzer Familien komplett auf Hartz IV und Kindergeld basiert, und dass dann doch bei vielen alten Menschen die Rente nicht reicht, und sich das Hinzuverdienen für viele kaum lohnt. Das ist krank. Und die Lösung? Ganz einfach: Leistung muss sich lohnen. Sozialleistungen müssen immer eine Ausnahme sein, nie die Regel, und den wirklich Bedürftigen vorbehalten bleiben, sonst ist bald der Ofen aus. Ernsthaft.

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