Re-Commerce
Unser Reizthema heute: Re-Commerce
Re-Commerce? Was n das
nu schon wieder? Klopsi erklärt es euch. Es ist ein Modebegriff, der
beschreibt, wenn Unternehmen online gebrauchte Sachen zu Spottpreisen
ankaufen und dann zu teuren Preisen wieder verkaufen.
Beispiel: Klopsi hat
den Schrank voller Bücher und CDs, und beim letzten Check fällt ihm
auf: das Buch war Kacke, die CD auch, und wie um Gottes Willen konnte
ich das jemals kaufen? Weil ich aber diese ekelhafte
Wegwerfgesellschaft nicht leiden kann, kann ich das Zeug nicht
einfach in die Tonne werfen – könnte ja noch jemand gebrauchen.
Bei eBay zu verkaufen geht aber nicht – der Aufwand lohnt nicht,
die Versandkosten stehen in keinem Verhältnis zum Produktpreis, und
alles in einen Sack werfen und gesammelt verkaufen funktioniert auch
nicht. Außerdem muss man sich mit dämlichen Menschen herumschlagen,
die ein gebrauchtes Buch für einen Euro kaufen und sich dann
beschweren, dass Seite 47 leicht vergilbt aussieht, die zwei Wochen
zum Bezahlen brauchen oder einem am Ende keine Bewertung geben. Und
eBay Kleinanzeigen ist genauso daneben: zwölf Anfragen ala „für 2
Euro hol isch sofrt“, da ist der Gang zur Mülltonne doch
attraktiver.
Aber es gibt ja
Re-Commerce! Ich ziehe heute mal über Momox her. Die anderen habe
ich noch nicht probiert, aber ich wette, dass die gleichermaßen
beschissen sind. Bei Momox tippt oder scannt man die Barcodes seiner
Bücher und CDs ein, und dann wird einem angezeigt, wieviel es dafür
gibt. In der Regel nichts. 8 Cent für eine CD, 3 Cent für ein Buch.
Wenn's der Bestseller ist, der erst vor zwei Wochen erschienen ist,
gibt’s auch mal drei Mark fuffzig. Um den Mindestbetrag von 10 Euro
zu erreichen, packt man dann zwei Umzugskartons voll, schleppt sie
zur Post und verschickt sie (umsonst). Finanziell ein Witz, die Kohle
rechtfertigt den Aufwand nicht mal, aber wenigstens landet nichts im
Müll.
Momox verkauft das Zeug
dann weiter, bei Medimops, Amazon oder sonstwo, für gar nicht mal so
wenig Geld. Es sind aber nicht alle Sachen so gut wie die von Klopsi:
mal fehlt eine DVD in der Serienbox, bei CDs sind in der Regel die
Jewelcases zerdeppert, und manchmal riechen die Sachen so, als hätte
ein Obdachloser sie zwei Jahre in seiner Arschritze aufbewahrt.
Nun hat Momox sein
fragwürdiges Geschäftsgebaren auch auf Klamotten ausgedehnt: hier
allerdings schickt man zwei Lkw-Ladungen astreiner Altkleider hin (50
Cent pro Pullover), um dann zu erfahren, dass die Hälfte abgelehnt
wurde, weil der blinde Praktikant angeblich Verfärbungen oder
sonstwas festgestellt habe, weshalb man sich jetzt auf eine
Auszahlung von 2,74 Euro freuen könne. Der Rest der Klamotten werde
entsorgt, oder man könne sich das auch für 4 Euro pro Paket
zurückschicken lassen. Am Arsch – als würden die die Klamotten
entsorgen, die verkaufen die schön noch nach Uganda oder an die
Putzlappen-Mafia.
Ganz ehrlich – dann
heiz ich lieber mit dem Zeug, ernsthaft.
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