Abschreiben im Internet
Unser Reizthema heute: Abschreiben im Internet
Das Internet ist ja
schon eine tolle Informationsquelle. Früher musste man den Brockhaus
greifen, in die Bibliothek rennen, N-TV gucken oder zum Anwalt oder
Arzt gehen. Heute muss ich meist nur das Telefon aus der Tasche
fummeln.
Damals musste man dem
Verkäufer im Geschäft vertrauen oder monatelang Fachzeitschriften
wälzen. Heute reichen ein paar Stunden Recherche im Internet.
Alben hat man sich
früher in der Hoffnung gekauft, dass die Songtexte im Booklet
stehen, und sich tierisch geärgert, wenn es stattdessen nur mit
dämlichen Bildern voll war. Heute: Internet.
Die unerkannte Gefahr
ist natürlich, dass heutzutage jeder geistig zurückgebliebene
Horstborst seine völlig falsche und undifferenzierte Meinung in die
Welt posten kann. Und glaubt mir, wer ein geistig zurückgebliebener
Horstborst ist, wird seine Meinung auch in die Welt posten wollen, um
jeden Preis.
Das betrifft nicht nur
Rezensionen, sondern auch Internetforen und semiprofessionell
erstellte Hilfeseiten. Ich erinnere mich dunkel, mich darüber schon
einmal aufgeregt zu haben. Aber jetzt ist mir etwas neues
aufgefallen:
Die schreiben alle
voneinander ab!
Wenn man sich zum
Beispiel fragt, ob man den Rasen vertikutieren soll oder nicht, dann
sagen einem 95% aller Seiten dasselbe – weil sie alle voneinander
abschreiben! Deswegen wird es ja nicht richtiger. Die Häufigkeit der
Suchergebnisse sagt einen Scheiß über die Relevanz aus! Songtexte
zum Beispiel haben alle dieselben Rechtschreibfehler, auf allen
einschlägigen Seiten. Immer.
Also
denkt selber mit. Unterscheidet fundierte Aussagen von Ego-BlaBla
oder abgeschriebenem, wiedergekäutem Geseier. Ernsthaft.
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