Ernährung

Unser Reizthema heute: Ernährung

Heute machen wir mit Ernährungswissenschaftler Klopsi einen Ausflug in die Welt der Lebensmittel. Denn die Leute fragen mich oft: Klopsi, was darf man eigentlich noch essen? (Ok, eigentlich hat mich das noch keiner gefragt. Aber ich beantworte es trotzdem.)

Um die Antwort vorweg zu nehmen: von Leitungswasser, Kräutertee und rohem Gemüse abgesehen steht man mit jedem Nahrungsmittel mit einem Bein im Grab, wenn man den Medien glauben will.

Denn da gibt es zum Beispiel freie Radikale. Diese kleinen Bastarde sollen sich wie die namensgebenden pickligen 15-jährigen Antifa-Steineschmeißer verhalten und in unserem Körper alles kurz und klein hauen. Oxidativen Stress nennt man das. Und um zu verhindern, dass sich der freie Radikale auf der Suche nach dem nächstbesten Elektron an unserer DNA vergreift, schicken wir ihm die Antioxidantien-Polizei auf den Hals, die ihn kräftig in den Arsch tritt. Dazu empfehlen sich zum Beispiel Nüsse oder Öle oder so Zeug.

Aber die sind ja so fetthaltig. Zwar sind da ungesättigte Fettsäuren drin, aber waren die jetzt wirklich besser als gesättigte?

Dem sportlichen Menschen wird ja auch eine große Menge Eiweiß ans Herz gelegt, damit die Muskeln schön gedeihen können. Die sind zum Beispiel auch in Nüssen enthalten. Aber auch im Fleisch. Man könnte natürlich auch zum Eiweißshake greifen, aber der könnte schlecht für die Nieren sein. Oder auch nicht. In den meisten Fällen jedoch ist er eh voll mit Süßstoff und künstlichem Ekelgeschmack, und überflüssig zudem. Oder nicht?

Fleisch jedenfalls kann nicht die Lösung sein, denn durch die Massentierhaltung ist Fleisch voll mit Antibiotika. Die machen uns langsam immun gegen sich selbst, und bei der nächsten Infektion wirkt das Medikament nicht.

Dann halt Soja. Da ist Eiweiß drin, aber es ist kein Fleisch. Manche Forscher meinen aber, Soja steigert den Östrogenspiegel und macht kleine Mädchen in rose Röcken aus uns, also nichts für richtige Kerle.

Süßstoffe sind ja auch ein Thema. In erster Linie schmecken sie scheiße und verarschen den Körper, der nämlich mit Kohlenhydraten rechnet und dann, wenn er feststellt, dass er über den Tisch gezogen wurde, mit überzogenem Hunger reagiert. In großen Mengen können sie teilweise auch krebserregend wirken, wie man an Ratten getestet hat. Trotzdem sind sie überall, im Kaugummi, in der Brausetablette, im schon erwähnten Eiweißshake oder im schlimmsten Fall sogar in der Cola Light. Bloß keine Kohlenhydrate.

Kohlenhydrate sind nämlich vom Teufel. Auch wenn sie das Rückgrat der Zivilisation bilden, denn vor Mehl und Brot und Kartoffeln haben wir in Höhlen gewohnt und hinter Felsen gekackt. Das Zauberwort heißt Low-Carb. Wer keine Kohlenhydrate mehr isst, also keine Nudeln, keinen Reis, keine Kartoffeln, kein Brot, und natürlich keinen Zucker, der ist fit, gesund und einfach rundum mega. Ach nein, das ist ja auch nur so eine Mode, denn Forscher sehen darin jetzt doch mehr Nachteile als Vorteile.

Nicht das erste Mal, dass Forscher ihre Meinung ändern. Es galt mal als Dickmacher, nach 18 Uhr noch groß zu essen, mittlerweile meint man, dass das scheißegal ist und nur die Gesamtzahl der Kalorien am Tag eine Rolle spielt.

Cholesterin war mal böse, dann gab es gutes und schlechtes Cholesterin. Eier waren mal verpönt, weil sie den bösen Cholesterinspiegel nach oben treiben, heute glaubt man, dass Eier keinen Einfluss auf den Cholesterinspiegel haben. Heute gelten sie als toller Eiweißlieferant (und geben Tinte auf den Füller) – es sei denn, man erwischt ein dioxinbelastetes, dann kann man schonmal das eigene Begräbnis planen.

Dann das Acrylamid im angebrannten Essen, also das verkohlte Stück Fleisch. Instant-Krebs, sagte man lange. Jetzt sagen kanadische Forscher: so schlimm ist das nicht, das Zeug wirkt wie ein Aktivkohlefilter im Körper und richtet da gar keinen Schaden an. Man müsste schon eine ganze verkohlte Kuh essen und würde sich trotzdem weniger schaden als mit einer Zigarette. Verkohltes Essen wird gerade zum neuen Food-Trend.

Würstchen sind auch raus, denn aus dem enthaltenen Nitrat werden im Magen Nitrosamine. Krebs!

Von den bösen Transfetten in Pommes, Tiefkühlpizza und Kuchen fang ich besser gar nicht erst an. Nur so viel: wer sich echt einen Sargnagel reinhauen will, greife zum Donut oder Berliner, denn der enthält quasi alles, was ungesund ist - Transfette, Acrylamid, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Fett.

Glutamat ist auch noch so ein Ding: Säule der asiatischen Küche, und asiatische Gesellschaften sind ja nicht annährend so fett und wurstig wie die westliche Welt, ganz im Gegenteil- wer an Asien denkt, denkt an das Bild vom schlanken alten weisen glücklichen Shaolin-Mönch-Buddha-Superman. Trotzdem behauptet die Presse fortwährend, Glutamat wäre schlecht für den Kürbis und fördere Alzheimer.

Das ist ja schon schlimm genug. Wer dann noch Freude an Kaffee, Zigaretten und Alkohol hat, der ist völlig verloren. Kaffee? Gut für Herz und Kreislauf. Aber auch schlecht. Zigaretten? Schlecht, da ist man sich mal einig, trotz Helmut Schmidt. Alkohol? Ein Gläschen Rotwein könnte gut tun, die enthaltenen Tannine machen angeblich irgendwas Gutes mit dem Körper. Vielleicht aber auch nicht. Interessant sind die Empfehlungen für risikofreien Alkholkonsum: Deutschland empfiehlt 24g am Tag. Das ist ein halber Liter sechsprozentiges Bier. Versuch damit mal ne Party zu feiern. Die World Health Organization ist mit 30g dagegen schon fast großzügig. In Spanien darf man bis 70g täglich bedenkenlos trinken – die kennen sich halt aus mit Lebensfreude usw.

Hier sieht man mal wieder, wie Panikmache und Fehlinformation benutzt werden, um Geld zu verdienen, sei es mit Bio-Supermärkten, Superfood, Diät-Plänen oder sonstwas. Mal ganz ehrlich: Scheiß auf diese ganzen Meinungen. Esst was ihr wollt, ernsthaft.

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