Förstern
Unser Reizthema heute: Förstern.
Die Natur ist schon
irre. Ein Netzwerk komplexester Zusammenhänge, in dem alles mit
allem verbunden ist und das sich stets selbst im Gleichgewicht hält.
Und doch meinen wir, hier und da nachhelfen zu müssen. Ob wir das
Unkraut im Rasen herausreißen, kranke Bäume fällen oder den
Bestand an Rehen - wie sagt man so schön euphemistisch –
„reduzieren“.
Warum macht man das?
Weil bestimmte Arten andere Arten verdrängen. Weil der Klee sich im
Rasen ausbreitet und das scheiße aussieht. Weil das Reh den
Knirpswurzelpilz frisst, der wiederum als Hauptnahrungsquelle des
Querrindennagers dient, in dessen Fell der gemeine
Quallenwaldwinzling lebt, der wiederum aus Atommüll Sauerstoff
herstellt.
Während wir also Bäume
schlagen, die irgendwie im Weg sind, und Wölfe erschießen, weil sie
möglicherweise mal einen unvorsichtigen Idioten in den Arsch beißen
könnten, machen wir aber vor einer Sache immer noch Halt – und
doch drängt sich die Frage auf: Warum förstern wir eigentlich keine
Menschen?
Während wir uns den
Kopf über den Klimawandel und unseren Einfluss darauf zerbrechen,
pressen Menschen mehr Kinder raus, als sie Buchstaben kennen, damit
die dann alle weiter Luft wegatmen, Strom verbrauchen und Sondermüll
produzieren können. Vielleicht sollten wir dem mal einen Riegel
vorschieben, wenn der Planet sich noch ne Weile weiterdrehen soll.
Aber unser Konzept des stetigen Wachstums – wir brauchen mehr
Menschen, damit wir mehr Menschen Scheiße verkaufen können –
steuert unaufhaltsam auf eine ziemlich massive Wand zu.
Vielleicht sollten wir
also mal anfangen, die Prinzipien aus der Forst auch beim unbehaarten
Zweibeiner anzuwenden. Mal asoziale Menschen rausförstern, die den
anderen schaden. Oder Menschen mit Crocs an den Füßen. Ernsthaft.
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