Jamaika
Unser Reizthema heute: Jamaika
Vor der Bundestagswahl
hätte ich ja echt mein spärliches Taschengeld gewettet, dass es
einfach so weiter geht mit der Großen Koalition. Dann aber wendete
sich der Drummer aus der würselener Muppetshow beleidigt ab, und als
wenn es keine anderen Alternativen gäbe, feierten die Medien
plötzlich das Jamaika-Bündnis als einzig überhaupt denkbare
Zukunft. Das stelle man sich mal vor: enttäuscht über die
verantwortungslose Migrationspolitik wenden sich viele Wähler von
CDU und SPD ab und der FDP und AfD zu, und die Medien verbreiten
trotzdem die Meinung, dass es einen erkennbaren Wählerwillen für
eine Regierungsbeteiligung der Witzfiguren von den Grünen gäbe.
Nun ist der Spuk
vorbei. Und halten wir uns nicht mit Marginalien auf, der Knackpunkt
war die Flüchtlingspolitik. Und ich meine nicht diese alberne
Augenwischerei von Obergrenze, ich meine den anstehenden dramatischen
Familiennachzug und die Erklärung sicherer Urlaubsländer zu
sicheren Herkunftsländern. Da haben die Grünen sich garantiert
nicht bewegt, weil sie eben hauptberuflich nicht alle Latten am Zaun
haben. Es war auch zu lesen, sie wollten „keine Beschränkung von
Migration“. Wer diese Position heutzutage unterstützt, ist einfach
dumm. Dumm bis rattendämlich.
Das einzig Gute, was
Jamaika hätte vollbringen können, wäre vielleicht noch gewesen,
dass man bald legal den weißen Rauch hätte aufsteigen lassen
können. Zugekifft ist der Niedergang des Landes wahrscheinlich
besser zu ertragen.
Nun hatte die FDP die
Faxen dicke. Ich konnte dieser Yuppie-Partei noch nie was abgewinnen,
aber mittlerweile sind sie in meinem Ansehen echt nach oben
geschossen. Im Wahlkampf dachte man ja, Christina Lindner hätte
nicht begriffen, dass er für ein Wahlplakat posiert, sondern sich in
einem Fotoshooting für GQ gewähnt. Aber cooler als die anderen
hässlichen Gesichter war das allemal. Egal, zurück zur Sache:
Kompromisse sind ok, aber die Grünen mit ihrer linkspopulistischen
Scheiße einen sachlichen Koalitionsvertrag bis zur Unkenntlichkeit
verwässern zu lassen, wäre eine Frechheit gewesen. Und so ertönt
an dieser Stelle mein Applaus für den Kollegen Lindner, der den
Arsch in der Hose hatte, dieses alberne Schauspiel zu beenden. Lieber
gar nicht regieren, als scheiße regieren.
Was mich echt
erschüttert (wenn auch nicht überrascht) ist, dass Lindner jetzt
einen Shitstorm sondergleichen abbekommt, quasi den schwarzen Peter
(immer noch besser als Simone Peter). Die FDP hat eine Grenze
gezogen, um ihre Glaubwürdigkeit zu wahren. CDU, CSU und Grüne
nicht. Wenn man jetzt auf einen einprügeln will, dann doch eher auf
die SPD, die sich gleich schmollend in die Ecke gesetzt hat. Ich
würde nicht mal den Grünen die Schuld geben, schließlich ist ja
allgemein bekannt, dass die amtlich bescheuert sind, und wer die zum
Sondierungsgespräch einlädt, kann nicht ernsthaft mit einem
Ergebnis rechnen, das mit dem gesunden Menschenverstand zu
vereinbaren wäre.
So, nun steckt der
Karren im Mist. Wer jetzt nach Neuwahlen schreit, hat das Prinzip von
Demokratie nicht begriffen – die Volksvertreter sind gewählt, und
nun müssen sie halt zusehen, wie sie Entscheidungen treffen. Eine
Minderheitsregierung ist der beste und einzig ehrliche Weg dazu. Mit
den Stimmen von AfD und FDP könnte die CDU mächtig was bewegen,
ohne mit ihnen koalieren zu müssen, und die Penner von linksaußen
würden blöd aus der Wäsche gucken.
Aber machen wir uns
nichts vor – die SPD wird auf ihrem Parteitag den Schulzopathen
absägen, ganz groß auf staatstragende Verantwortung machen und
sich dann doch wieder der Regierung anschließen. Und die Kacke wird
weitergehen wie bisher.
Wobei, in Niedersachsen
hat die große Koalition ja auch ein halbwegs anständiges Programm
aufgestellt, und dass sogar unter Vorsitz der SPD. Vielleicht liegt
es echt an Angie, dass die Bundes-CDU so ein erbärmliches Bild
abgibt. Ich denke, für einen wie auch immer gearteten Kurs in die
richtige Richtung wäre Merkels Abtritt eine deutliche Starthilfe.
Und Politik ist und
bleibt Scheiße. Ernsthaft.
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