Seehofer und Merkel

Unser Reizthema heute: Seehofer und Merkel

Horst Seehofer ist ein alter Mann. Mein Opa war mit 70 für mich ein alter Mann, und der blieb mit dem Arsch zuhause und war froh darüber, denn er hatte ja schon im Weltkrieg gekämpft, Kriegsgefangenschaft überstanden und war anschließend dankbar für ein bescheidenes friedliches Leben. Warum also tummeln sich so viele alte Menschen in der Politik? Warum wählen wir lieber Rentner, über die wir uns sonst nur aufregen, z.B. wenn sie freitags um 16:00 Uhr ihren Wocheneinkauf erledigen oder Sandalen mit weißen Socken anziehen?
Angela Merkel ist eine alte Frau. Nicht ganz so alt wie der Kollege Seehofer, aber den zweiten Zahnriemenwechsel hat sie auch schon durch. Und wer hätte vor zwanzig Jahren gedacht, dass ausgerechnet die Merkel mal Bundeskanzlerin wird?

Auch wenn Angie anfangs eine ganz gute Figur machte, weil man sie zuvor nur als berlinernde Vogelscheuche kannte, hat sie schnell ihre konservativen Prinzipien über Bord geworfen und spätestens seit der Finanzkrise, der Griechenlandrettung und der Großen Willkommenheißung von 2015 vermutlich – so sieht es von hier unten jedenfalls aus – nur noch Bullshit produziert.
Horst hingegen muss sehr an seiner Karriere hängen, denn wenn er auch die zünftigen Zwetschgenröster von den Stammtischen seiner bayrischen Heimat stets mit hingeworfenen Brocken von Law-and-Order-Politik ruhigzustellen versucht, dreht er sich dann doch schnell wieder im Wind („Drehhofer“) und nickt devot, wenn Angie fragt, ob man nicht noch eine Fuhre Iraker unterbringen kann. Konstatieren wir: Seehofer hat Merkels Politik all die Jahre mitgetragen und das Maul gehalten.

Nun gibt es Knatsch zwischen den beiden. Horst möchte mal wieder so tun, als sei ausgerechnet er der Verfechter von Recht und Ordnung im Abendland und fordert, Flüchtlinge an der Grenze aufzuhalten. Bestimme Flüchtlinge zumindest. Damit fordert er lediglich die Durchsetzung geltenden Rechts. Genauso könnte er fordern, Drogendealern ihre Drogen wegzunehmen oder Ladendieben Hausverbot zu erteilen. Da wir ja wissen, was der Horst für ein Horst ist, durchschauen wir das aber als halbherzigen Versuch, beim Wähler zu punkten.
Angie hingegen möchte eine europäische Lösung. Die zwanzig sudanesischen Männer an der Grenze wieder nach Österreich zurückschicken sei nicht so einfach, weil die Österreicher die ja vielleicht auch nicht haben wollen, und die Italiener erst recht nicht, deswegen müssen die erstmal zum Mitmachen überredet werden. Hat sie zwar nicht ganz unrecht, aber ob Österreich und Italien, ganz zu schweigen von unseren coolen Visegrad-Freunden aus dem Osten, da mitmachen, ist doch äußert fraglich.

Horst und Angie liegen also im Clinch, und wenn der Horst an der Grenze anfängt, ab und zu mal einen wegzuschicken, muss sie ihm entweder einen Arschtritt verpassen oder selber ihre Sachen packen. Die Grünen reiben sich schon die Hände und melden sich fingerschnipsend als Ersatz-Koalitionspartner, falls die CSU entgegen aller Wahrscheinlichkeiten eingeschnappt davonstapft. Das fehlte ja gerade noch.

Ganz aktuell hat Angie jetzt mit ihren europäischen Kollegen getagt, und rausgekommen ist: Asylzentren in der EU (dann sind die Leute schon hier – schlecht) und Verteilung der Flüchtlinge auf freiwilliger Basis (also nach Deutschland, weil sich sonst garantiert keiner meldet – schlecht). Und betrieben werden sollen die Zentren in Zusammenarbeit mit staatsfeindlichen Refugees-Welcome-No-Borders-ACAB-Organisationen. Da kann ich auch Amnesty International die Geschäftsführung in Guantanamo Bay übertragen.

Nun können wir die Wirksamkeit des Kompromisses ja direkt mal testen, denn in Malta ist ja kürzlich die „Lifeline“, ein Schiff mit gutgelaunten jungen Männern angekommen, betrieben von deutschen Kriminellen. Die Flüchtlinge dürfen bleiben (bestimmt in Deutschland), die Matrosen werden straffrei davonkommen und die geisteskranken Migrationsorganisationen wie der Flüchtlingsrat, die Grünen oder Die Linke werden sich einen drauf wichsen. Jede Wette.

Und der Horst? Der wird einlenken und Angies Kompromiss in den Himmel loben. Damit er Minister bleibt.

Ich bin jedenfalls dafür, dass jeder, der sich für die unkontrollierte Aufnahme von Migranten ausspricht, das gerne tun darf. Und all diese Leute dürfen gern Zeltlager in ihren Gärten aufschlagen, die Leute adoptieren und für deren Unterhalt aufkommen. Leistungen vom Staat gibt‘s nicht. Dann wollen wir mal sehen, wie gut die Gutmenschen wirklich sind. Ernsthaft.

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