Die Post
Unser Reizthema heute: Die Post
Die Post! Ein ganz hervorragendes Beispiel, wie alte spießige deutsche Bürokratie mit moderner Servicewüste eine Symbiose eingegangen ist (die anderen beiden Beispiele wären die Telekom und die deutsche Bahn, aber die behandeln wir später.)
Die Post! Ein ganz hervorragendes Beispiel, wie alte spießige deutsche Bürokratie mit moderner Servicewüste eine Symbiose eingegangen ist (die anderen beiden Beispiele wären die Telekom und die deutsche Bahn, aber die behandeln wir später.)
Zunächst mal
transportiert die Post Briefe. Oft geht das schnell, manchmal dauert
es aber auch Wochen. Manche Briefe kommen auch gar nicht an.
Damit der Brief
transportiert wird, klebt man eine Briefmarke drauf. Oder achtzehn,
weil die Post regelmäßig in krummen Schritten das Porto erhöht,
und man dann mit Ein- oder Zwei-Cent-Marken versuchen muss,
mitzuhalten. Statt dass man einfach sagt: ein Brief, eine Marke,
scheißegal, von wann die ist und was sie mal gekostet hat.
Birfemarken bekommt man
am Schalter, dort aber nur in Zehnerblöcken. Will man eine einzige
Marke, muss man zum Automaten gehen. So sieht Service aus.
Man kann mittlerweile
aber auch im Internet seine Briefmarken drucken. Für Leute ohne
Etikettendrucker ist das ganz toll, weil die dann den scheiß Code
ausschneiden und mit Tesafilm auf den Brief kleben müssen. Und
überhaupt, wenn ich Papier und Tinte selber zahle, wieso ist das
Porto dann nicht günstiger?
Bezahlen im Internet
ist auch toll. Die Post hat die sogenannte „Portokasse“
eingerichtet (höhö). Da lädt man Geld drauf, mindestens 10 Euro.
Nur mal so einen Brief bezahlen geht nicht. Und wieder: herzlich
willkommen im 21. Jahrhundert.
Die von der Post machen aber auch in Pakete, dass heißt dann DHL. Der DHL-Bote bringt Pakete manchmal zu einem nach Hause, manchmal klingelt er aber auch gar nicht und hinterlässt nur einen Zettel, dass man sich die Scheiße gefälligst selber abholen kann, und zwar mittwochs zwischen 9 und 10 am Postschalter in Tadschikistan, oder einem ähnlich gut zu erreichenden Ort. (Meistens ist man aber auch wirklich nicht zu Hause gewesen, die Post ist gleich um die Ecke, manchmal wird das Paket beim Nachbarn abgegeben, und die Postboten arbeiten echt hart und sind fast alle nett und freundlich und werden auch nur von der Post ausgebeutet, ja, das ist mir klar. Aber der Blog heißt ja nicht "Empathie-Klopsi blickt differenziert auf die Welt".)
Besser immerhin als scheiß Hermes. Da wird das Paket nicht beim Nachbarn abgegeben, denn Hermes unternimmt drei Zustellversuche, natürlich alle zur selben Zeit, weil man ja in der Regel jeden Tag zur selben Zeit bei der Arbeit ist und kein Paket annehmen kann. Man kann aber die kostenpflichtige Hotline anrufen und um Zustellung zum nächsten Paketshop bitten. Aber nicht darum, das Paket beim Nachbarn abzugeben.
Versichern kann man Pakete auch. Dann zahlt die Post, wenn es wegkommt oder kaputtgeht. Hallo? Ich gebe denen das Paket ja nicht, damit sie es vielleicht zustellen! Dass das Ding nicht wegkommt und möglichst heile bleibt ist ja wohl sowas von Kernbestandteil der Abmachung! Da brauch ich doch wohl nicht noch extra eine Versicherung. (Übrigens: wenn mal was kaputt geht und man beschwert sich, dann wird DHL darauf beharren, dass der Inhalt nicht richtig verpackt war, scheißegal, wie dick man alles eingewickelt hat.) Wieder stiehlt man sich schön aus der Affäre.
Glücklicherweise macht die Post aber auch noch auf Bank. Da stehen dann Angestellte hinter dem Tresen, die aber auch keine richtigen Bankkaufleute sind, meist keine Ahnung haben, und so richtig passt das alles nicht bei der Post.
Es schafft aber auch kein anderer Paketdienst, der Post zum selben Preis servicemäßig den Rang abzulaufen. Doch wie träge dieser Postmoloch Verantwortung abschiebt und sich überhaupt nicht ansprechbar für Beschwerden oder Kritik zeigt, ist schon ganz schön dickfällig, ernsthaft.
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